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Abenteuer
Eisenbahn
Wer Ruhrgebiet hört, der denkt häufig noch an Kohle, Ruß, qualmende Schornsteine und triste Häuserfassaden - und unterliegt damit einem weit verbreiteten Irrtum. Denn kaum eine Region hat in den letzten Jahrzehnten Gesicht und Struktur so verändert wie der "Kohlenpott", dessen Bergbautradition bald endgültig Geschichte sein wird. Und eben diese Geschichte und der konservierende Umgang mit den industriellen Traditionen bestimmen heutzutage den besonderen Reiz dieser Region. Eine Faszination, die nicht nur Technik-Freaks und Nostalgiker in ihren Bann zieht. Die Zeche Zollverein (UNESCO-Weltkulturerbe)
besticht durch den funktionellen Bauhausstil der technischen Anlagen.
Das alte Schiffshebewerk Henrichenburg mit Museumshafen konserviert
und veranschaulicht die Werte der Jahrhundertwende und das Eisenbahnmuseum
Bochum-Dahlhausen beherbergt nicht nur über 180 Exponate der Eisenbahngeschichte,
sondern auch den rekonstruierten"Schi-Stra-Bus", ein Unikum
aus den 50er Jahren, in dem Sie erstmals als Passagier reisen werden. Zum Programm gehört natürlich auch die Fahrt mit dem "Kaiserwagen" der Wuppertaler Schwebebahn und der Ausflug nach Schloss Burg und Remscheid-Lennep, einem städtebaulichen Kleinod inmitten des herrlichen Bergischen Landes. Montag, 26. Mai
2003 Anreise über
Aschaffenburg Dienstag, 27. Mai 2003 Düsseldorf und Kalserswerth Vormittag Stadtführung zu Fuß und mit Bus durch die Rheinmetropole. Nach der Mittagspause Gelegenheit zum ausgiebigen individuellen Stadt- und Einkaufsbummel. Am späteren Nachmittag Busfahrt nach Kaiserswerth mit Führung durch das mittelalterliche Städtchen, einer ehemaligen salischen Kaiserpfalz, heute dem bekanntesten und elegantesten Ausflugsort inmitten der malerischen und tiefgrünen Niederrheinlandschaft. Mittwoch, 28. Mai 2003 Wuppertal und das Bergische Land Busfahrt nach Wuppertal-Vohwinkel. Weiterfahrt im nostalgischen Kaiserwagen der Schwebebahn über die Gesamtstrecke des einzigartigen Verkehrsmittels nach Oberbarmen und zurück bis Elberfeld. Stadtbummel und Mittagspause, Rückfahrt nach Vohwinkel mit planmäßiger Schwebebahn. Weiterfahrt im Bus zur Müngstener Brücke, anschl. Seilbahnfahrt zum Schloss Burg und am späteren Nachmittag Weiterfahrt nach Remscheid-Lennep. Mit einem Bummel durch das malerische Städtchen, dem architektonischen Kleinod der Region, beschließen wir den Ausflug in diese einzigartige Mittelgebirgsregion.
Donnerstag, 29. Mai 2003 Zeche Zollverein und Villa Hügel Busfahrt nach Essen zur Zeche Zollverein. In den Jahren 1928 bis 1932 im Bauhausstil erbaut, zählte die Anlage bis zur Stillegung als die "schönste Zeche der Welt". Bei einer Führung durch die Obertageanlagen lässt sich der"Weg der Kohle" eindrucksvoll nachvollziehen. Nach der Mittagspause Besichtigung der Villa Hügel, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Krupp, und der Parkanlagen. Freitag, 30. Mai 2003 Eisenbahnmuseum und Schiffshebewerk Busfahrt zum Museum Bochum-Dahlhausen Führung durch das Museum und Sonderfahrt mit dem Schi-Stra-Bus auf Schiene und Straße. Nach der Mittagspause Weiterfahrt zum Schiffshebewerk Henrichenburg, einer sorgfältig konservierten Anlage aus der Jahrhundertwende. Führung durch Hebewerk und Museumshafen. Samstag, 31. Mai 2003 Die neue Kleinbahn Bad Orb Rückreise über Siegen und Gießen nach Bad Orb. Gelegenheit zur Fahrt mit der neu errichteten Kleinbahn (60 cm-Spur) und Mittagspause. Weiterfahrt durch den Sinngrund nach Würzburg, über die Romantische Straße nach Nördlingen (Abendessenpause) und über Donauwörth nach Augsburg. Ankunft gegen 22.00 Uhr. Der Schi-Stra-Bus, das "EI des Kolumbus"
In den frühen fünfziger Jahren entwickelte die Deutsche Bundesbahn in Verbindung mit der Fahrzeugindustrie ein Zwitterfahrzeug, das sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße verkehren konnte. Hintergrund hierfür war die Notwendigkeit den Betrieb auf den zahlreichen Nebenbahnen zu rationalisieren und zugleich die oftmals nahe beieinander liegenden Endstationen der diversen Stichbahnen umsteigefrei miteinander zu verbinden. Außerdem waren damals, insbesondere im ländlichen Raum, zahlreiche Landstraßen noch nicht ausgebaut. Eine"Zwischenfahrt" auf der Schiene ermöglichte dem Bus daher oftmals ein schnelleres Vorankommen. Die technischen Voraussetzungen für diesen Fahrzeugtyp waren die Konstruktion einer leichten und verwindungssteifen Karosserie. Über Hydraulikstempel an den Fahrzeugunterseiten wurden die Straßenbusse an den jeweiligen Umsetzstationen angehoben, vorne und hinten wurde je ein zweiachsiges Schienenfahrgestell untergeschoben und nach wenigen Minuten konnte so die Fahrt auf der Schiene fortgesetzt werden. Der Antrieb erfolgte dabei (und dies war einer der Schwachpunkte) über die Gummireifen der Hinterachse. Gebremst wurden die Achsen der Spurwagen. Der ganze Umsetzvorgang dauerte nur vier Minuten. Erstaunlich war auch die Höchstgeschwindigkeit, auf der Straße 80 km/h und stolze 120 km/h im Bahnbetrieb. Obwohl das Experiment durchaus geglückt war, endete der Einsatz dieser Fahrzeuge nach wenigen Jahren. Das Umspuren und die Unterhaltung der Exoten wurden zu aufwendig und mit dem steten Ausbau der Straßen entfiel ein weiterer Grund für deren Einsatz. Ein Exemplar blieb erhalten und steht in Bochum-Dahlhausen wieder für Sonderfahrten zur Verfügung. |
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